Ghanareise 2011

30.1.2011 bis 27.2.2011

 

 

Hauptzweck dieser Reise,  ein Jahr bereits nach meiner letzten, war der Wunsch des Vorstandes, ein größeres , mit Mitteln des BMZ co-finanziertes Projekt in Angriff zu nehmen und die Voraussetzung hierzu  vor Ort zu prüfen bzw. herzustellen. Daneben sollte aber auch wieder das bisher übliche Programm – der Besuch der fertig gestellten Brunnen durchgeführt werden.

 

Hinflug war am 30.1. mit KLM. Wie immer erwartete mich Sammy, unserer Techniker vor Ort, am Flughafen in Accra. Wir übernachteten im Gästehaus der katholischen Kirche „Good Shepards Home“.

Am 31.1. kamen wir dann in Kumasi an, wo ich zunächst im „Christian Village“ unterkam. Mein Lieblingsquartier „Samaritain Villa“ war leider ausgebucht.

 

Am 1.2. begann dann der eigentliche Arbeitseinsatz. Zunächst fand im Verwaltungstrakt der katholischen Diözese Kumasi ein Gespräch mit unserem direkten Partner, dem Coordinator Water/Agriculture Mr. Ayirebi statt. Dabei händigte er mir auch seinen letzten Quartalsbericht aus. Zu meiner Freude konnte ich feststellen, dass noch 12.000 Cedis auf unserem Konto in Ghana stehen, so dass die begonnenen Projekte sowie einige Brunnenreparaturen erfolgen können ohne dass in diesem Jahr viel neues Geld aus Deutschland überwiesen werden muss. Ich konnte deshalb auch gleich den erforderlichen Zuschuss für die Wiederherstellung des Brunnens in der Domesua Clinic in Abofour genehmigen.

Ich händigte dann Kopien der von BENGO in englischer Sprache herausgegebenen Unterlagen zu „Agreement“ und „ Application“ aus und erläuterte unsere Absicht eines größeren co-finanzierten Projektes. Mr. Ayirebi sollte davon Kopien herstellen und an die maßgeblichen Leute in der Diözese verteilen.

Es folgte dann ein Besuch des gerade in Bau befindlichen Brunnens im Frauenkloster Nkawie, ca. 40 Kilometer westlich von Kumasi. Ich wies dort darauf hin, dass der Brunnen auch der Bevölkerung im umliegenden Bereich zugänglich sein muss.

Zurück im Büro der Diözese erfolgte ein erstes Gespräch mit dem Leiter des Development Office Fr. Adu Owusu sowie dem Financial Administrator Fr. Felix. Ich stellte unser neues Projekt vor und verteilte die von Mr. Ayirebi gefertigten Kopien von BENGO, aus denen die Anforderungen an Projektträger und örtl. Projektpartner entnommen werden können. Nach dem Studium dieser Unterlagen durch den Projektpartner sollte dann ein weiteres Gespräch stattfinden.

 

Am folgenden Tag (2.2.) hatte ich dann das wichtige Gespräch mit dem Vertreter des Erzbischofs, dem Generalvikar Monsignore Douglas Peters. Ihm hatte ich die Unterlagen zur Antragstellung bereits per Email geschickt. Monsignore Peters will das Projekt unterstützen. Er sagte zu, nach Studium der Unterlagen ein Gespräch mit dem Erzbischof herzustellen. Mr. Ayirebi, den ich danach wieder aufsuchte, hatte die Unterlagen schon etwas studiert und meinte, er sei in der Lage, die erforderlichen Beiträge zur Antragstellung bearbeiten zu können. Er bat aber um Erhöhung seiner „allowance“.

Während Sammy den Pickup zur Werkstatt brachte – das Kühlsystem war ausgefallen – besuchte ich den alten Erzbischof Sarpong. Dieser war gerade aus den USA zurück, wo er ärztlich behandelt worden war. Er empfing mich wie gewohnt sehr herzlich. Den ganzen Tag wartete ich dann auf Sammy. Erst am Abend war das Auto wieder hergestellt, so dass an diesem Tag nichts weiter unternommen werden konnte.

 

Am Tag darauf brachte mich Sammy zur Hebamme Anna nach Asibey Nkwanta. Auf dem Weg dahin besuchten wir die Brunnen in Mfensi, Dwinyama und Saakrom. Die Reparatur des Solarbrunnens, für den ich Ersatzteile mitgebracht hatte, konnten wir nicht durchführen, da uns unklar war, wie die Schaltmodule verdrahtet werden sollten. Ich muss hierzu noch mal den Hersteller der Module in Deutschland befragen.

Wie immer wurde ich sehr freundlich von der Hebamme aufgenommen. Ich verbrachte insgesamt 4 Tage bei ihr, besuchte die umliegenden Farmen und Kakaoplantagen und ließ mich mit einheimischer Nahrung verwöhnen, die mir ausgezeichnet bekam.

 

Am 6.2. holte Sammy mich wieder ab. Ich bezog jetzt ein Zimmer im Gästehaus „Samaritain Villa“, wo ich bis zum Ende meines Kumasi Aufenthaltes am 18.2.wohnte.

 

An den folgenden Tagen waren Brunnenbesuche an der Tagesordnung. Insgesamt wurden über 60 Brunnen in Augenschein genommen. Details hierzu werden tabellarisch festgehalten. Leider muss festgestellt werden, dass der Zustand der in die Jahre gekommenen Brunnen immer schlechter wird und dass eine Generalüberholung angebracht wäre. Es zeigt sich auch, dass die Einnahmen durch den Verkauf des Wassers meist nur für die unmittelbaren Reparaturen ausreichen. Einige Brunnen sind sogar außer Betrieb, weil keine Mittel für Reparaturen vorhanden sind. Die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, ein Projekt für neue Brunnen in Angriff zu nehmen und die alten gleichzeitig, mangels Mittel, verkommen zu lassen, muss hier mit aller Deutlichkeit gestellt werden.

 

Am 14.2. fand dann die große und wichtige Besprechung mit Erzbischof Mensah, Generalvikar Peters, Fr, Adu Owusu, Mr. Ayirebi und mir statt. Ich erläuterte ausführlich das vorgesehene Projekt sowie die darin vorgesehene Arbeitsteilung. Die Teilnehmer hatten die Texte von BENGO gelesen und stellten hierzu Fragen. Es gab breite Zustimmung zum Projekt. Als Ergebnis wurde ein vorläufiges Einvernehmen hierzu schriftlich niedergelegt und vom Generalvikar und mir unterzeichnet.

 

Bereits am 10.2. erfolgte ein freundliches und konstruktives Gespräch mit Bischof Anokye von der Diözese Obuasi, bei dem auch der Leiter des dortigen Development Office anwesend war. Dabei wurde vereinbart, dass die Diözese an dem Co-Projekt beteiligt werden soll und eigene Projekte hierzu vorschlägt.

 

Am Vorabend meines letzten offiziellen „Arbeitstages“, der wie üblich mit dem Besuch von Brunnenstandorten ausgefüllt war, war ich noch beim Erzbischof zum Abendessen eingeladen, womit das gute Einvernehmen nochmals unterstrichen wurde.

 

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass die Reise sehr erfolgreich war. Das gestellte Ziel ist erreicht worden. Das Verhältnis zu unserem Partner, das bereits sehr gut war, wurde weiter vertieft. Unsere Unterstützung wird angenommen und geschätzt. Einer weiteren Zusammenarbeit wird mit großem Interesse entgegengesehen.